Mittwoch, 22. Juni 2016

Gartenumbau mit Mohninvasion

Nach dem Umbau meines Gartens, in den letzten Sommerferien hat sich hier viel verändert,
doch ich habe es nie geschafft euch die Umgestaltung zu zeigen.
Jetzt stecke ich eigentlich mitten in der Arbeit für die neuen Kalender 2018 und "Blumen-ganz Nah" stand auf dem Nachmittagsprogramm, doch mein Mohnfeld muß ich jetzt mal zeigen.
Ich hatte in meinen neu angelegten Beeten, im Spätsommer meine Mohnsamensammlung ausgestreut
und nicht damit gerechnet, dass die Sämlinge sich durch den ganzen Winter kämpfen, immer wieder vom Frost erschüttert, mutierten unzählige Sämlinge zu Monstermohnpflanzen. Normalerweise, bei meinem trockenen, sandigen Boden wird der Papaver Somniferum nicht höher als bis zum Knie, doch ob es an dem Bodenverbesserer lag oder an dem Kompost, dieser Mohn war bestimmt 160 cm hoch.

Es gibt jetzt keine Wiese mehr unter unserer Gleditschie (wunderschöner Baum aus der Familie der Akazien, der Apfelgrüne Blattaustriebe bekommt und bei entsprechender Temperatur im Herbst Sonnenblumengelb wird), die dieses Jahr Eimerweise ihre kleinen Blüten verlor und ständig in unser Mittagessen regnen ließ. Der Baum war so voll mit Bienen, das man bei dem Gebrumme denken konnte er hebt gleich vom Boden ab.
Im nächsten Jahr brauche ich vielleicht mal einen Bienenstock, für Gledischienhonig.
An der Wand haben wir drei grosse Corteanstahltröge, Rankgitter und zwei Holzbänke angebracht.
Langsam erklimmen die Kletterpflanzen die Rahmen und unsere Wand wird wieder grün.





Hier noch ein paar Bilder aus dem zeitigen Frühjahr, als alles noch ziemlich kahl war.
Doch kann man auf diesen Bildern unsere neuen Tröge, Rankgitter und die Bänke gut erkennen.





Donnerstag, 16. Juni 2016

Dachgarten der Bundeskunsthalle Bonn

Der Dachgarten der Bundeskunsthalle in Bonn ist jetzt mit den Sommerblumen bepflanzt.

Gestern habe ich mir auch die Ausstellung, Gartenlandschaften des Fürsten Pückler,  "Parkomanie" angeschaut, die wirklich sehr anschaulich und umfassend ist. Auch wenn man die grossen Parks, Bad Muskau, Branitz und Babelsberg noch nicht persönlich kennt, kann man sich mit Hilfe der tollen Filme, die einen im Vogelflug über die Parks gleiten lassen, eine gute Vorstellung von diesen verschaffen.
Für jeden Park gibt es eine Abteilung, die Materialfülle und Information ist sehr groß.
Den meisten Spass hatte ich mit den Menübüchern, in denen penibel festgehalten war welche Gäste zum Abendessen gekommen waren und welche Speisen und welcher Wein serviert worden waren.
Üppig, möchte man meinen!







Freitag, 3. Juni 2016

The Akzonoble Honeysuckle Blue(s) Garden, auf der Chelsea Flowershow 2016

Die Zeit ist gerade knapp, die vielen Bilder von der RHS Chelsea Flower Show nach Garten/Designer zu sortieren denn am Wochenende bin ich wieder unterwegs und nächste Woche geht es auf Gartenreise nach Friesland. In der Hoffnung, dass dort die Rosen schön blühen und ich "Sitzplätze von Rosen umspielt" für meinen Gartenkalender finde. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das der "Zauberhafte Garten" 2017, aus dem KVH-Verlag, auf dem Titel kein Bild von mir hat, weil ich keinen Rosenbogen hatte.
Das gilt es jetzt im Juni zu ändern und möglichst viele romantische Gärten aufzusuchen.

Einen Chelsea-Garten habe ich aber schon sortiert, denn ich war von Anfang an begeistert:
The Akzonoble Honeysuckle Blue(s) Garden, entworfen von der holländischen Künstlerin Claudy Jongstra in Zusammenarbeit mit Stefan Jaspers.

Claudy arbeitet als Künstlerin mit Wolle und Fellen, die in alten Färbetechniken mit Pflanzen gefärbt werden. Die Wolle wird gefilzt, gewoben, genäht und nicht nur in Museen und Galerien werden ihre Arbeiten gezeigt, sondern auch Modedesigner nutzen ihre künstlerischen Stoffe für Designerstücke.

Den Hintergrund bildete ein großer, blauer gefilzter Wandbehang mit eingearbeiteten Wollfäden.
Die Farbigkeit war so harmonisch und intensiv, schwer vorstellbar das diese Farben alle nur natürlich hergestellt worden sind. Im Vordergrund wuchsen die "einfachen"Pflanzen, welche zur Herstellung  von Färbetechniken benötigt werden: Brennessel, Färberkamille, Sauerampfer, Schafgarbe, Calendula, Karde, Beinwell, etc...

Der Mittelpunkt des Gartens war eine Spirale, mit sprudelndem Wasser, Symbol für den Kreislauf in der Natur und die 100% Nachhaltigkeit der Materialien.

Mich haben die wunderschönen natürlichen Farben, des Stoffes und der Pflanzen angezogen.
Oft ist es in der Natur schwer die Blüte und Pflanze vor dem Grün der umgebenden anderen Pflanzen herauszuarbeiten und die Schönheit im Detail des Photos zu zeigen. Mit diesem wunderbaren Hintergrund war das kein Problem.







Dienstag, 24. Mai 2016

chelsea impressionen montag



um 5.30 war einlass für die presse und alle zogen mit leitern, taschen und fetten kameras beladen los. wenn die morgensonne hinter den bäumen der ersten showgärten hochkommt muss man schon an der richtigen stelle stehen. wenn dann allerdings jemand mit grellgelb leuchtender weste anfängt zu fegen, oder minikrümelchen aus den wasserbecken zu fischen, dann werden alle sehr unruhig und versuchen denjenigen zu verscheuchen. nur wenn die polizei ins bild kommt sagt keiner etwas.
das wetter war fantastisch und als ich um 15.00 das gelände verlassen musste da " her majestie the queen" im anmarsch war   fiel es mir schwer meinen schweren rucksack nach hause zu schleppen.
und was läuft hier stundenlang im abendprogramm? chelsea! mit dem trller auf den knien haben wir das programm verfolgt. grosser spass.










Sonntag, 22. Mai 2016

chelsea in fever 2016


rund um chelsea sind alle in vorbereitung für den start von rhs chelsea flower show. undergroundstation, geschäfte und plätze werden aufwendig mut blumen geschmückt.











auf dem weg zu meinen lieben freundenn in hampstead sonntägliches vergnügen der londoner.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Hermann Fürst von Pückler Muskau in Babelsberg




"Prinzessin Augusta kannte den gartenbesessenen fürstlichen Lebemann Pückler vom heimatlichen Weimar der Goethezeit her, der drängte heftig an den Hof und verriss in seinen ,«Unterthänigsten Promemoria« erst einmal die Pläne und Arbeiten seines Konkurrenten Lenné und bot sich seinerseits als Vollender des Parks von Babelsberg an, seinen Ruhm von Muskau in die Waagschale werfend. Allerdings zu seinen Bedingungen: »Ich stehe ihren Hoheiten dafür, daß der Babelsberg als organisches Ganzes, etwas sehr Gediegenes und in künstlerischer Hinsicht alle anderen Anlagen seiner Art in der Potsdamer Gegend übertreffen wird. Aber man muß mir freie Hand lassen und tun, was ich sage, sonst kann ich die künstlerische Verantwortung nicht dafür übernehmen. Knickern aber darf man gar nicht, denn umsonst ist nur der Tod und unnütze Verschwendung wird unter meinen Leuten nie vorfallen, aber das Notwendige muß geschaffen werden ...« "aus: Klaus Duntze, „Die Gärten der Prinzen“


So kam also Pückler 1843 nach Babelsberg, um nach Peter Joseph Lenné, die Gartenanlagen nach seinem Sinne zu beenden.  Da ich diese Reise mit anderen Pressevertretern mache durfte, hatten wir die Ehre vom Gartendirektor Prof. Dr. Michael Rohde höchstpersönlich, die Führung zu bekommen. Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Das heißt 20 Parks und Gärten pflegen und erhalten im historischem Sinne.Da wir den Hintereingang genommen hatten, kamen wir an den verbliebenen Gebäuden vorbei, die zu DDR Zeiten auf dem Gelände errichtet worden waren. Das Schloß diente zu dieser Zeit als Lehranstalt für Juristen.  Das letzte erhaltene Gebäude wird jetzt noch als Studentenwohnheim genutzt. Man versucht das Gelände zu rekonstruieren und hat auch eine Wasserfläche, "das schwarze Meer" wieder neu angelegt. Die alten Bäume waren Kniehoch mit Erdreich angeschüttet worden, deutlich ist erkennbar wie viel Erde abgetragen wurde.Die Bauarbeiten an der Aussenfassade des Schlosses sind fast abgeschlossen, die Terrassen des Schlosses wurden mit saniert, die Renovierung des  Schlossinneren erfolgt erst in einen Jahren.Zuerst geht aber ein Teil der Bonner Ausstellung"Parkomanie" über Fürst Pückler nach Babelsberg.Das Schloss ist in einer herrlich verwunschen Stimmung und es wird bestimmt sehr spannend die Ausstellung in dem unrenovierten Schloss zu erleben. Es riecht alt und man spürt DDR Muff in herrlichen Schlossmauern. Da die Aussenanlagen noch nicht fertig sind, ist es etwas schwierig den Park zu photographieren, aber das Schloss ist so imposant und der Ausblick auf die Glienicker Brücke sind grandios einzigartig und bieten genug Bildmotive.

















Freitag, 6. Mai 2016

Fürst Hermann Pücklers Neustart in Branitz

Pücklers Fernwehsehnsucht ließ ihn eine sechsjährigen Reise mit vielen Expeditionen in den Nahen Osten und das Nördliche Afrika unternehmen. Diese "Begegnung mit der Landschaft, Kunst, Architektur, Religion und Lebensweise des islamisch geprägten Morgenlandes sollte sich bis in seine Altersjahre hinein auf Werk und Person auswirken..."(Uff Jacob, Ein Künstlerleben)
Pückler musste einige Jahre nach der Rückkehr von dieser Reise sein geliebtes Muskau verkaufen.
1844 war die Schuldenlast erdrückend und mit dem Revolutionsgewitter von 1848  im Anmarsch verkaufte Pückler 1845 sein Anwesen an den Prinzen Friedrich der Niederlande. Dieser vollendete viele begonnene Pläne Pücklers und übernahm zusätzlich die Umgestaltung des Schlosses.
Der sechzigjährige Pückler machte einen Neuanfang in Branitz.
"Innerhalb von zweieinhalb Jahrzehnten verwandelte sich sein väterliches Erbgut in einen Wunderpark, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte. Dort, wo sich einstmals sandiges Ackerland platt und trocken ausbreitete, vereinten sich unter der Anleitung des Fürsten Baumgruppen, Wiesen und sanft wellige Bodenerhebungen mit Wegen, Wasserflächen, Kanälen und Baulichkeiten zu einer Landschaft voll Harmonie und Anmut im Großen wie im Detail" (Uff Jacobs)

Unsere Führung durch den Park übernahm der Parkleiter Claudius Wecke und erzählte mit viel Wissen und großer Freude, sodass wir viel über die aufwendigen Instandhaltungsmaßnahmen der Kanäle und Pyramiden erfahren haben. Ich konnte nicht alles verfolgen und auch das Interview mit dem Urgroßneffen, Hermann Sylvius Graf von Pückler mußte ich mir entgehen lassen, da für einen kurzen Moment die Sonne am Himmel erschien und ich natürlich direkt in den Park gestürmt bin, um noch ein paar Fotos mit spannenderem Licht machen zu können.
Sicherlich ist eine Reise nach Branitz im Herbst besonders empfehlenswert, denn die Pyramide, Pücklers Begräbnisstätte und "Mitbringsel" aus Ägypten, ist mit wildem Wein bepflanzt und leuchtet dann mit den roten Blättern deutlich sichtbar auf dem Wasser.
Herr Wecke berichtete hier von den schwierigen Pflegemaßnahmen den Wein
die Pyramide erklimmen zu lassen und trotzdem das Gras darunter kurz und gepflegt zu halten.

Das Schlossinnere ist anschaulich in der Zeit des Fürsten inszeniert, da Pückler viele Gegenstände, Möbel und eine riesige Bibliothek mit nach Branitz genommen hat.  Zum Glück, denn sonst wäre alles in dem Brand von Schloss Muskau zerstört worden.

Unsere Rückfahrt ging quer durch Cottbus welches sich sicherlich auch für einen Abstecher lohnt mit seinem imposanten Staatstheater und der modernen Universitätsbibliothek von dem Architektenbüro Herzog und De Meuron.