Dienstag, 24. Mai 2016

chelsea impressionen montag



um 5.30 war einlass für die presse und alle zogen mit leitern, taschen und fetten kameras beladen los. wenn die morgensonne hinter den bäumen der ersten showgärten hochkommt muss man schon an der richtigen stelle stehen. wenn dann allerdings jemand mit grellgelb leuchtender weste anfängt zu fegen, oder minikrümelchen aus den wasserbecken zu fischen, dann werden alle sehr unruhig und versuchen denjenigen zu verscheuchen. nur wenn die polizei ins bild kommt sagt keiner etwas.
das wetter war fantastisch und als ich um 15.00 das gelände verlassen musste da " her majestie the queen" im anmarsch war   fiel es mir schwer meinen schweren rucksack nach hause zu schleppen.
und was läuft hier stundenlang im abendprogramm? chelsea! mit dem trller auf den knien haben wir das programm verfolgt. grosser spass.










Sonntag, 22. Mai 2016

chelsea in fever 2016


rund um chelsea sind alle in vorbereitung für den start von rhs chelsea flower show. undergroundstation, geschäfte und plätze werden aufwendig mut blumen geschmückt.











auf dem weg zu meinen lieben freundenn in hampstead sonntägliches vergnügen der londoner.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Hermann Fürst von Pückler Muskau in Babelsberg




"Prinzessin Augusta kannte den gartenbesessenen fürstlichen Lebemann Pückler vom heimatlichen Weimar der Goethezeit her, der drängte heftig an den Hof und verriss in seinen ,«Unterthänigsten Promemoria« erst einmal die Pläne und Arbeiten seines Konkurrenten Lenné und bot sich seinerseits als Vollender des Parks von Babelsberg an, seinen Ruhm von Muskau in die Waagschale werfend. Allerdings zu seinen Bedingungen: »Ich stehe ihren Hoheiten dafür, daß der Babelsberg als organisches Ganzes, etwas sehr Gediegenes und in künstlerischer Hinsicht alle anderen Anlagen seiner Art in der Potsdamer Gegend übertreffen wird. Aber man muß mir freie Hand lassen und tun, was ich sage, sonst kann ich die künstlerische Verantwortung nicht dafür übernehmen. Knickern aber darf man gar nicht, denn umsonst ist nur der Tod und unnütze Verschwendung wird unter meinen Leuten nie vorfallen, aber das Notwendige muß geschaffen werden ...« "aus: Klaus Duntze, „Die Gärten der Prinzen“


So kam also Pückler 1843 nach Babelsberg, um nach Peter Joseph Lenné, die Gartenanlagen nach seinem Sinne zu beenden.  Da ich diese Reise mit anderen Pressevertretern mache durfte, hatten wir die Ehre vom Gartendirektor Prof. Dr. Michael Rohde höchstpersönlich, die Führung zu bekommen. Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Das heißt 20 Parks und Gärten pflegen und erhalten im historischem Sinne.Da wir den Hintereingang genommen hatten, kamen wir an den verbliebenen Gebäuden vorbei, die zu DDR Zeiten auf dem Gelände errichtet worden waren. Das Schloß diente zu dieser Zeit als Lehranstalt für Juristen.  Das letzte erhaltene Gebäude wird jetzt noch als Studentenwohnheim genutzt. Man versucht das Gelände zu rekonstruieren und hat auch eine Wasserfläche, "das schwarze Meer" wieder neu angelegt. Die alten Bäume waren Kniehoch mit Erdreich angeschüttet worden, deutlich ist erkennbar wie viel Erde abgetragen wurde.Die Bauarbeiten an der Aussenfassade des Schlosses sind fast abgeschlossen, die Terrassen des Schlosses wurden mit saniert, die Renovierung des  Schlossinneren erfolgt erst in einen Jahren.Zuerst geht aber ein Teil der Bonner Ausstellung"Parkomanie" über Fürst Pückler nach Babelsberg.Das Schloss ist in einer herrlich verwunschen Stimmung und es wird bestimmt sehr spannend die Ausstellung in dem unrenovierten Schloss zu erleben. Es riecht alt und man spürt DDR Muff in herrlichen Schlossmauern. Da die Aussenanlagen noch nicht fertig sind, ist es etwas schwierig den Park zu photographieren, aber das Schloss ist so imposant und der Ausblick auf die Glienicker Brücke sind grandios einzigartig und bieten genug Bildmotive.

















Freitag, 6. Mai 2016

Fürst Hermann Pücklers Neustart in Branitz

Pücklers Fernwehsehnsucht ließ ihn eine sechsjährigen Reise mit vielen Expeditionen in den Nahen Osten und das Nördliche Afrika unternehmen. Diese "Begegnung mit der Landschaft, Kunst, Architektur, Religion und Lebensweise des islamisch geprägten Morgenlandes sollte sich bis in seine Altersjahre hinein auf Werk und Person auswirken..."(Uff Jacob, Ein Künstlerleben)
Pückler musste einige Jahre nach der Rückkehr von dieser Reise sein geliebtes Muskau verkaufen.
1844 war die Schuldenlast erdrückend und mit dem Revolutionsgewitter von 1848  im Anmarsch verkaufte Pückler 1845 sein Anwesen an den Prinzen Friedrich der Niederlande. Dieser vollendete viele begonnene Pläne Pücklers und übernahm zusätzlich die Umgestaltung des Schlosses.
Der sechzigjährige Pückler machte einen Neuanfang in Branitz.
"Innerhalb von zweieinhalb Jahrzehnten verwandelte sich sein väterliches Erbgut in einen Wunderpark, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte. Dort, wo sich einstmals sandiges Ackerland platt und trocken ausbreitete, vereinten sich unter der Anleitung des Fürsten Baumgruppen, Wiesen und sanft wellige Bodenerhebungen mit Wegen, Wasserflächen, Kanälen und Baulichkeiten zu einer Landschaft voll Harmonie und Anmut im Großen wie im Detail" (Uff Jacobs)

Unsere Führung durch den Park übernahm der Parkleiter Claudius Wecke und erzählte mit viel Wissen und großer Freude, sodass wir viel über die aufwendigen Instandhaltungsmaßnahmen der Kanäle und Pyramiden erfahren haben. Ich konnte nicht alles verfolgen und auch das Interview mit dem Urgroßneffen, Hermann Sylvius Graf von Pückler mußte ich mir entgehen lassen, da für einen kurzen Moment die Sonne am Himmel erschien und ich natürlich direkt in den Park gestürmt bin, um noch ein paar Fotos mit spannenderem Licht machen zu können.
Sicherlich ist eine Reise nach Branitz im Herbst besonders empfehlenswert, denn die Pyramide, Pücklers Begräbnisstätte und "Mitbringsel" aus Ägypten, ist mit wildem Wein bepflanzt und leuchtet dann mit den roten Blättern deutlich sichtbar auf dem Wasser.
Herr Wecke berichtete hier von den schwierigen Pflegemaßnahmen den Wein
die Pyramide erklimmen zu lassen und trotzdem das Gras darunter kurz und gepflegt zu halten.

Das Schlossinnere ist anschaulich in der Zeit des Fürsten inszeniert, da Pückler viele Gegenstände, Möbel und eine riesige Bibliothek mit nach Branitz genommen hat.  Zum Glück, denn sonst wäre alles in dem Brand von Schloss Muskau zerstört worden.

Unsere Rückfahrt ging quer durch Cottbus welches sich sicherlich auch für einen Abstecher lohnt mit seinem imposanten Staatstheater und der modernen Universitätsbibliothek von dem Architektenbüro Herzog und De Meuron.













Samstag, 30. April 2016

Auf den Spuren von Hermann Fürst von Pückler-Muskau

Die Bundeskunsthalle Bonn eröffnet am 14. Mai 2016 eine große Ausstellung über den Fürsten Pückler-Muskau und seine Gartenkunstwerke in Bad Muskau, Branitz und Babelsberg.
Wir kennen alle das Fürst Pückler Eis. Vanille, Erdbeere und Schokoladeneis geschichtet, aber Hermann Pückler als grandiosen Garten-, und Landschaftsgestalter, als Schriftsteller von Reiselektüre und Gartenbüchern wussten bestimmt nur die wenigsten von uns.
Mir war er nicht bekannt, doch nach einer so intensiven Reise mit Informationen von Museumsdirektoren, Gartenleitern und Parkdirektoren, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

Pückler war ein Künstler, das steht fest.
Auch wenn er kritisiert wird dafür, dass er sich stark bei zeitgenössischen Schriftstellern und den Englischen Gartengurus der damaligen Zeit hat inspirieren lassen, muß man trotz allem unterhaltsame eigene Texte zu Papier und einen Park in die Landschaft setzen.

Auf seinen Reisen nach England, die eigentlich dazu dienen sollten eine Braut mit möglichst hoher Mitgift zu finden, studierte er ausgiebig die Landschaftsparks seiner adeligen Kollegen.
Der Park von Stourhead, ein Musterbeispiel englischer Landschaftsgestaltung angelegt von Lancelot (Capability) Brown, imponierte Pückler ungemein und er nutze seine Zeit in England ausgiebig um viele Gärten und Parks zu studieren.
Dabei begegnete ihm auch Humphrey Repton, der sich für eine natürliche Landschaftsgestaltung einsetzte. Das Herrenhaus, umgeben von einem Rosengarten oder Blumenarrangements wird von einer  weitläufige Landschaft mit vereinzelten Baumgruppen und natürlich gestalteten Gewässern umgeben. Dessen Sohn John Adey Repton kam nach Muskau, nachdem Pückler den Rat des Vaters 1821 erbeten hatte. (Dieser aber leider schon 1818 verstorben war) Pückler suchte Unterstützung für eine schwere Entscheidung, die das Fällen großer Lindenbäume betraf, die in einer Allee zwischen Schloß und dem Fluss Neiße standen.

Zum Künstlerdasein von Pückler zählt ein ausgesprochen selbstdarstellendes Leben und grosse Verschwendungskunst von finanziellen Mitteln, die ihm auch seine geliebte Frau Lucie irgendwann nicht mehr zur Verfügung stellen konnte.
Da eine neue Frau, gedacht als Geldquelle, in England nicht gefunden werden konnte musste sich Pückler 1845 von Muskau trennen.

Der heutige Park zerfällt in einen deutschen und einen polnischen Teil, den der Fluss Neiße voneinander trennt. Es ist eine unvorstellbare Leistung die erbracht werden musste, den Park wieder in seinen ursprünglich gedachten Zustand zurückzuversetzen. Die Wege waren verschwunden, das Land war für forstwirtschaftliche Zwecke genutzt worden, Sichtachsen von und nach Polen nicht wiederzufinden. Der Wiederaufbau des Schlosses wurde erst 1995 begonnen, da das Schloss noch 1945 bis auf die Grundmauern abgebrannt war.
Das Muskauer Landschaftsparadies ist seit 2004 ein UNESCO Welterbe.

Nachtrag meiner Gartenfreundin Ina Sperl:
"Mit Stourhead hatte der (Capability Brown) gar nichts zu tun. Das wird immer wieder gerne behauptet, ist aber falsch, dort hat er nie Hand angelegt! Stowe, Chatsworth etc. sind seine Gärten." Danke Ina für die Korrektur














Donnerstag, 21. April 2016

"Parkomanie", die Gartenlandschaften des Fürsten von Pückler

Bei herrlichstem Sonnenschein wurde heute der Landschaftspark, frei nach Heinrich von Pückler-Muskau, auf dem Dach der Bundeskunsthalle in Bonn für die Presse eröffnet.
Ab dem 14. Mai widmet sich die Bundeskunsthalle, dem genialen Fürsten von Pückler-Muskau, der nicht nur Literat, Dandy und Weltenbummler, sondern auch einer der ersten deutschen Landschaftsarchitekten und ein guter Gärtner war, mit einer grossen Ausstellung.

Bunte Blumenbeete eingefasst mit Keramikfliesen in Form von Muscheln stellen den sogenannten"Pleasureground", auf dem Dach dar. Dies ist eigentlich der Gartenbereich nahe am Schloß, bei uns heute das Wohnzimmer im Freien. Sehr verspielt und bunt durfte es sein, wie die Wohnzimmer der Damen zur damaligen Zeit. Das machen wir ja heute nicht anders und passen unsere Terrasse dem Stiel unseres Wohnzimmers an.
Je weiter sich der Gartenraum vom Schloß entfernt, umso natürlicher wurde die Gestaltung. Denn umgestaltet wurde unter Pückler alles.
Auch in Bonn wird der Blick des Besuchers bewusst über Sichtachsen, die Anordnung der Gehölze und die sanfte Bodenmodellierung auf einen Höhepunkt in der Ferne gelenkt. Hier ist es der für Bonn bekannte Venusberg.

Mehr zu Heinrich von Pückler darf ich euch nächste Woche zeigen,
Denn mit meinem Blog darf ich euch mit auf die Reise in seine Parks nach Muskau, Branitz und Babelsberg nehmen.