Freitag, 6. Mai 2016

Fürst Hermann Pücklers Neustart in Branitz

Pücklers Fernwehsehnsucht ließ ihn eine sechsjährigen Reise mit vielen Expeditionen in den Nahen Osten und das Nördliche Afrika unternehmen. Diese "Begegnung mit der Landschaft, Kunst, Architektur, Religion und Lebensweise des islamisch geprägten Morgenlandes sollte sich bis in seine Altersjahre hinein auf Werk und Person auswirken..."(Uff Jacob, Ein Künstlerleben)
Pückler musste einige Jahre nach der Rückkehr von dieser Reise sein geliebtes Muskau verkaufen.
1844 war die Schuldenlast erdrückend und mit dem Revolutionsgewitter von 1848  im Anmarsch verkaufte Pückler 1845 sein Anwesen an den Prinzen Friedrich der Niederlande. Dieser vollendete viele begonnene Pläne Pücklers und übernahm zusätzlich die Umgestaltung des Schlosses.
Der sechzigjährige Pückler machte einen Neuanfang in Branitz.
"Innerhalb von zweieinhalb Jahrzehnten verwandelte sich sein väterliches Erbgut in einen Wunderpark, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hatte. Dort, wo sich einstmals sandiges Ackerland platt und trocken ausbreitete, vereinten sich unter der Anleitung des Fürsten Baumgruppen, Wiesen und sanft wellige Bodenerhebungen mit Wegen, Wasserflächen, Kanälen und Baulichkeiten zu einer Landschaft voll Harmonie und Anmut im Großen wie im Detail" (Uff Jacobs)

Unsere Führung durch den Park übernahm der Parkleiter Claudius Wecke und erzählte mit viel Wissen und großer Freude, sodass wir viel über die aufwendigen Instandhaltungsmaßnahmen der Kanäle und Pyramiden erfahren haben. Ich konnte nicht alles verfolgen und auch das Interview mit dem Urgroßneffen, Hermann Sylvius Graf von Pückler mußte ich mir entgehen lassen, da für einen kurzen Moment die Sonne am Himmel erschien und ich natürlich direkt in den Park gestürmt bin, um noch ein paar Fotos mit spannenderem Licht machen zu können.
Sicherlich ist eine Reise nach Branitz im Herbst besonders empfehlenswert, denn die Pyramide, Pücklers Begräbnisstätte und "Mitbringsel" aus Ägypten, ist mit wildem Wein bepflanzt und leuchtet dann mit den roten Blättern deutlich sichtbar auf dem Wasser.
Herr Wecke berichtete hier von den schwierigen Pflegemaßnahmen den Wein
die Pyramide erklimmen zu lassen und trotzdem das Gras darunter kurz und gepflegt zu halten.

Das Schlossinnere ist anschaulich in der Zeit des Fürsten inszeniert, da Pückler viele Gegenstände, Möbel und eine riesige Bibliothek mit nach Branitz genommen hat.  Zum Glück, denn sonst wäre alles in dem Brand von Schloss Muskau zerstört worden.

Unsere Rückfahrt ging quer durch Cottbus welches sich sicherlich auch für einen Abstecher lohnt mit seinem imposanten Staatstheater und der modernen Universitätsbibliothek von dem Architektenbüro Herzog und De Meuron.













Kommentare:

  1. Liebe Sibylle,deine Fotos sind wirklich ein Traum, die machen große Lust, mal selbst dort hin zu reisen. Aber die Ausstellung in Bonn steht jetzt ganz oben auf meiner Liste!

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  2. Tolle Bilder! Schade, dass Ihr so ein Regenwetter bei Eurem Besuch erwischt habt.

    LG kathrin

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  3. Super schön Sybille! Das üble Wetter sieht man gar nicht. So liebe ich mein Branitz. Danke für deinen Blick auf "meinen" Park.

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    1. Lieben Dank, und auf ein Treffen beim nächsten Besuch. Schade, dass es nicht geklappt hat, aber es war einfach keine Zeit. Gruppendynamik, da musste ich mich anschließen. LG Sibylle

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